imagami


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Spirituelle Funktionen

Das imagami-Prinzip

Spirituelle Funktionen

Diese Seite zeigt anhand von Beispielen
aus aller Welt, welche spirituellen Funktionen
und feine Wirksamkeiten die imagami-Struktur ermöglicht.

Das tibetische Mandala

ist eine Bildform, die geistige Inhalte zur Betrachtung und Meditation erfahrbar machen soll. In seiner quadratischen Grundform zeigt es ein Abbild der Erde. Der heilige Berg Kailash bildet nach tibetischer Anschauung den Mittelpunkt des großen Mandalas Erde. Das Mandala zeigt die Erde aus der Himmelsperspektive: wir sehen von oben senkrecht auf den Planeten. Der Erdenraum konstruiert sich nach den bekannten imagami-Prinzipien und wir erkennen die „zehn Hauptrichtungen“ des Raumes: Die vier Himmelsrichtungen, die vier Nebenrichtungen plus oben und unten. Das Mandala ist also eine zweidimensionale Darstellung der räumlichen Erde. Die aufrechte Achse sehen wir daher von oben nur als Mittelpunkt. Spirituell wird sie für den Betrachter durch den Akt des Sehens wirksam, wenn er sich als ein Pol der Achse in Bezug setzt. Die Mitte, die den Blick unweigerlich anzieht, kann zum Durchlass in geistige Sphären werden. An diesem Punkt fällt es dem Geist besonders leicht die Ebenen zu wechseln, denn im Zentrum schneiden sich Achsen aus drei Dimensionen. Die rechtwinkligen Achsen der Himmelsrichtungen gehören, wie bereits erwähnt, dem Raum. Die diagonalen Achsen der Nebenrichtungen entsprechen der Zeit. Die vertikale Achse, der unsere Aufmerksamkeit folgt, öffnet spirituelle Ebenen, damit unser Bewusstsein hier leicht in geistige Bereiche wechseln kann. Diese Öffnung des Bewusstseins ermöglicht uns ein intuitives Erfassen der dargestellten Inhalte.

< Nach tibetischer Auffassung ist der Berg Kailash Mittelpunkt des Mandalas Erde und Sitz der Götter.

Das indische Yantra

verwendet man in Indien seit ca. 12000 Jahren. Es dient als Instrument der Begegnung zwischen Menschen und der Sphäre des Geistigen. Yantras sind rituelle Zeichen und eine optische Entsprechung zum Mantra, welches die Schwingung des Göttlichen im Worte ausspricht. Wie ein schwingender Ton zur Form kristallisieren kann, zeigte Ernst Chladni im 18. Jhd.: Eine Metallplatte wird mit Quarzsand bestreut und mit einem Geigenbogen angestrichen. Die dunklen Flächen sind die Bereiche der stärksten Schwingung. Der Sand sammelt sich daher an den ruhenden Linien und zeigt den Ton als geometrisches Schwingungsmuster:


Die Naturwissenschaft ohne Religion ist lahm, die Religion ohne Naturwissenschaft aber ist blind.

Albert Einstein

Die heilige Geometrie des Yantra zeigt die höchste göttliche Essenz als Schwingung in der Dimensionalität, wie sie zur wirksamen Form kondensiert. Das Yantra erzeugt durch die äußere Umrandung ein Feld nach imagami-Proportionen und bildet, kraft der bekannten Achsen, die Grundlage für seine Wirksamkeit. Das Yantra-Kraftfeld strahlt seine Information in konzentrischen Kreisen wellenförmig ab. Weil die wirkenden Kräfte mit den Strukturen des Zellbewusstseins in Resonanz stehen, kann dies physische und geistige Reaktionen auslösen, auch wenn der Inhalt des Yantra nicht bekannt ist. Der Physiker Patrick Flanagan weist auf die erstaunlichen Parallelen zwischen dem Shree-Yantra und der Struktur des Wasserstoffatoms hin. Das hohe naturwissenschaftliche Bewusstsein der altindischen Kultur lässt sich kaum erahnen. Yantras werden zur Meditation und zur rituellen Einweihung verwendet.

Im Vastu, der indischen Kunst und Wissenschaft vom Wohnen, nutzt man die günstige Wirkung von Yantras seit Tausenden von Jahren zur Neutralisation und energetischer Anhebung von gestörten oder belasteten Räumen. Die verschiedenartigen göttlichen Energien, deren Essenz sich in den unterschiedlichen Yantras manifestiert, bieten bei jedem Problem eine angemessene Unterstützung.

Das Shree-Yantra gilt als die Königin unter den Yantras. Als das wohl komplexeste Zeichen der Menschheit repräsentiert es das gesamte Universum. Es erreicht mit seiner Urschwingung die höchste Wirksamkeit, weil praktisch Alles mit seiner Struktur in eine heilsame Resonanz eingehen kann.

Die Rosenfenster des Mittelalters

sind ein vorzüglicher Ausdruck der christlichen Mystik. Quadrat, Kreis und Kreuz durchdringen sich als Symbolträger zu einer ausgewogenen Komposition der göttlichen Schöpfung. An zentraler Stelle im Kirchenbau thront die Fensterrose über den Köpfen als Vision der perfekten Harmonie. Immer die Ganzheit meinend und die Herrlichkeit der Vollendung anzeigend, verspricht sie dem gläubig strebenden Menschen Erlösung. Wie nimmt der Gläubige die frohe Botschaft auf? Das Bild wird durch Gottes Licht illuminiert und dadurch wahrnehmbar. Gleichzeitig überträgt es die Information unmittelbar in die feinstofflichen Leiber der Kirchenbesucher.

imagami im Raum

Wie in den bildhaften Beispielen verhält sich das imagami-Kraftfeld auch in der Ebene. Vielleicht sind sie schon einmal aus einem Großstadtgewimmel in die Ruhe einer alten Kirche getreten und haben überrascht die Andersartigkeit des Ortes empfunden. Es erfordert eine hohe Kunst und ein geheimes Wissen Häuser zu bauen, die spirituelle Erlebnisse zulassen und fördern. Das imagami-Prinzip ist architektonische Grundlage vieler Sakralbauten in der ganzen Welt. Es gestattet eine energetisch hoch schwingende Nutzung von Gebäuden und kann eine ganze Siedlung zum Kraftfeld machen. Das „Mandala-Fundament“ hat bei den Stadtgründungen der Menschheit bis ins Mittelalter mehr als eine ästhetische Bedeutung.

Die Stadtgründung Roms

Ein interessantes Beispiel für den Bau eines Kraftfeldes nach imagami-Art gibt uns der griechische Schriftsteller Plutarch mit seiner Biografie „Das Leben des Romulus“. Um die Stadtgründung zu vollziehen, ließ Romulus etruskische Eingeweihte kommen, „die nach gewissen heiligen Regeln und Aufzeichnungen zu allem die Anweisung und Anleitung gaben, wie bei den Mysterien“. Als Zentrum wurde eine runde Grube ausgehoben und darein Symbole von allem „was man der Sitte nach als gut und der Natur nach als notwendig in Gebrauch hatte, hineingelegt. Zuletzt brachte jeder eine Handvoll Erde aus dem Lande, woher er gekommen war, und warf sie darauf, und dann mischte man alles. Diese Grube benennen sie mit demselben Wort, wie das Weltall: Mundus.“ Dieses mikrokosmische Weltall ist der Konstruktionsmittelpunkt der „Urbs Quadrata“, der viergeteilten Stadt und später das Zentrum des gesamten römischen Reiches. „Cardo“ die Nord-Süd-Straße schneidet „Decumanus“ die Ost-West-Straße im Mundus und dadurch entstehen die Stadtviertel. Die Stadtmauer wurde auf der Furche gebaut, die der Stadtgründer einem Zirkel gleich mit dem Pflug um den Mundus zog, um damit das Stadtgebiet abzugrenzen. Wo ein Tor hinsollte, nahm er die Pflugschar hoch und hob sie über die Endpunkte der Stadtkoordinaten.

Abb. oben: imagami-Grundrisse; von links: nach rechts: Prambanan/Indonesien im Mai 2006 durch Erdbeben stark beschädigt; mitte: Nicht sakral, aber bezaubernd: Taj Mahal/Indien ©wegmann-burscheid/Pixelio; rechts: Erlöser Kathedrale in Moskau ©Wolfwehl/Pixelio.


Im Mundus sah man auch die aufrechte Achse ins Geistige, denn der Mittelpunkt galt als Durchlass zwischen Ober- und Unterwelt. Die Verbindung zum Reich der Ahnen verschloss man mit einem großen Stein. An besonderen Feiertagen rollte man diesen „Seelenstein“ beiseite, um den Geistern der Verstorbenen den Zugang zur Welt der Lebendigen zu ermöglichen.

< Umbilicus Urbis - Der Nabel der Stadt heute.

Auch 700 Jahre später kannte man noch die machtvolle Bedeutung des „Umbilicus Urbis“, des Nabels der Stadt. Kaiser Augustus ließ 20 v.Chr. über dem Mundus den goldenen Meilenstein als Nullpunkt und Schnittpunkt aller Straßen des römischen Weltmandalas errichten.





Tycho Brahe in Ven

Das Beispiel des Astronomen Tycho Brahe (1546-1601) zeigt uns, wie ein imagami-Kraftfeld über Jahrzehnte ein Instrument der Inspiration und Forschung sein kann. Tycho Brahe war ein universaler Mensch, der die Kräfte des Kosmos kannte und sein unkonventionelles Leben seiner Arbeit unterordnete. Die Bedeutung des „dänischen Leonardos“ für die geistigen Impulse Europas wurde nie wirklich erkannt. Vor der Erfindung des Fernrohrs ermittelte Brahe durch regelmäßige Beobachtung die Bewegungen der Planeten und ca. 1000 exakte Fixsternpositionen. Daraus entstand der erste Sternenatlas. Genauso intensiv forschte Brahe im mikrokosmischen Bereich. Weil er die himmlischen Gesetze auch in den Substanzen der Erde und die mathematischen Harmonien in den Rezepten und Mischungen fand, bezeichnete er die Alchemie als „Astronomie der Erde“. Warum so wenig über diese Seite Tycho Brahes bekannt ist, entnehmen wir seinen Worten: „Ich hielt es für ungeeignet, die Geheimnisse der alchemistischen Kunst öffentlich darzustellen, da nur wenige fähig sind, ihre Mysterien nutzbringend und nicht zerstörerisch zu gebrauchen."




„Die Geometrie ist vor der Erschaffung der Dinge gleich ewig wie der Geist Gottes, ist Gott selbst und hat ihm die Urbilder für die Erschaffung der Welt geliefert.“
Johannes Kepler, 1619


Tycho Brahe konnte den dänischen König Friedrich II. für seine Ideen begeistern. Der Monarch stellte ihm die Insel Veen als Lehen zur Verfügung und finanzierte großzügig den Bau der Sternwarte Uranienborg nach dem „imagami-Prinzip“(1576). Brahe erfand und entwarf alle Geräte und Instrumente selbst. Es liegt daher auf der Hand, dass er sein Hauptinstrument Uranienborg bewusst als Mittelpunkt eines Kraftfeldes baute. Spezielle Aufmerksamkeit verdient auch hier die Bedeutung der vertikalen Achse: „Im Aufblicken schaue ich hinab, im Herabschauen blicke ich empor.“ In den oberen Stockwerken befanden sich die Instrumente zur Himmelsbeobachtung und im Keller die alchemistischen Geräte zum Mischen, Wiegen und Sieden der irdischen Substanzen.

Nach dem Tod seines Förderers Friedrich II. verlor Brahe die notwendige Unterstützung und verließ nach 21 Forschungsjahren die Insel Ven, um seine letzten Lebensjahre in Prag zu verbringen. Sein Wissen teilte er mit Johannes Kepler, den Brahe dort in seinen letzten Lebensjahren zu seinem Assistenten berief. Durch die präzise Beobachtungsgabe Brahes war Kepler in der Lage, die nach ihm genannten Planetengesetze zu formulieren.

Abb. oben: “Uranienborg” auf Ven 1576;

rechts: Die Forschungsstätte “Stjerneborg” wurde wenige Jahre später errichtet, weil mehr Raum benötigt wurde. Darstellung nach zeitgenössischen Stichen.



Das neue Jerusalem

nennt Johannes das kommende Reich Gottes, das er in einer Schauung erblickte. Seine Beschreibung galt den mittelalterlichen Stadtgründern des christlichen Abendlandes als Ideal. Das neue Jerusalem zeigt sich in klarer geometrisch-architektonischer Gestalt (siehe Zitat links). Der entscheidende Unterschied zu den bislang betrachteten irdischen Ausprägungen des imagami-Prinzips ist die fehlende Dimensionsschwelle im Mittelpunkt. Das neue Jerusalem braucht diesen Durchlass nicht mehr, denn es ist die durch den Mittelpunkt in die göttliche Einheit gestülpte Erde.




„Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen!..... sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, nämlich die Namen der zwölf Stämme der Israeliten: von Osten drei Tore, von Norden drei Tore, von Süden drei Tore, von Westen drei Tore..... Und die Stadt ist viereckig angelegt, und ihre Länge ist so groß wie die Breite.... Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich.... Und ich sah keinen Tempel (Zentrum) darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm.“
(Johannes: Offenbarung, Kapitel 21)


Aus: sirtaro bruno hahn," Das imagami-Prinzip", 2008

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